Das Ehrenamt im Sportverein

Das Thema „Ehrenamt“ steht im Sport schon sehr lange und eigentlich auch jetzt immer noch im Vordergrund.
In unserer heutigen modernen Gesellschaft scheint es aber andere Tendenzen zur Wiederentdeckung zu geben als noch vor einigen Jahren und Jahrzehnten. Standen früher Bürgersinn oder öffentliches Ansehen im Vordergrund und brachte der Amtsinhaber die Ehre mit, so muss heute mehr die eigene Persönlichkeitsentfaltung, die Selbsterfahrung, die innere Anerkennung in den Mittelpunkt der Motivsuche gestellt. Erfreulicherweise nutzen vor allem ältere Menschen zunehmend Ehrenämter, um ihre mittlerweile doch zum Teil erheblich verlängerte Lebensspanne nach der beruflichen Tätigkeit sinnvoll zu gestalten.

Deshalb kann das Ehrenamt da dann zum Lebensort werden, wo soziale Kompetenz erworben und ausgeübt wird – nach dem Slogan eines amerikanischen Wissenschaftlers: „Zur Elite der Zukunft wird gehören, wer sich um das Gemeinwohl kümmert.“

Aus dieser Darstellung des Ehrenamts, lassen sich sicherlich viele grundsätzliche Aussagen ableiten, die für den Sport und den Erhalt eines seiner Grundpfeiler, das Ehrenamt, von großer Bedeutung sind:

Gemeinsinn und Solidarität müssen mehr in den Vordergrund rücken
Eigene Persönlichkeitsentfaltung , Selbsterfahrung, innere Anerkennung müssen in den Mittelpunkt der Motivsuche gestellt werden
Ältere Menschen müssen verstärkt für das Ehrenamt angesprochen werden, aber auch Jugendliche
Die Entwicklung zur bezahlten Beziehung muss gestoppt werden
Das Ehrenamt sollte zum Lebensort werden, wo soziale Kompetenz erworben und ausgeübt wird.

In der Summe heißt dies, dass es zwar viele flankierende Maßnahmen zur Aufwertung des Ehrenamtes im Sport geben kann, dass man aber vorrangig das Augenmerk auf die Schaffung eines positiven Bewusstseins und einer positiven Grundeinstellung zum Ehrenamt bei allen Altersgruppen legen sollte.

Das Ehrenamt insgesamt hat eine außerordentlich große öffentliche und gesellschaftliche Bedeutung. Es liefert einen erheblichen Beitrag zur Sozial-, Jugend-, Gesundheits-, Alte- und Bildungspolitik und es stabilisiert unsere demokratische Gesellschaft.
Es sorgt weiter für eine Stärkung der Integration in die Gesellschaft, in die Gruppierungen; es sichert die Existenz und Selbstständigkeit der Sportvereine. Dem Einzelnen bringt es persönlichen Nutzen durch Abwechslung, neue Kontakte, Teamwork, Gemeinsamkeit, Weiterbildung, Kompetenzerweiterung und Herausforderung bei der Bewältigung der übernommenen Aufgaben. Das Ehrenamt schafft Werte!

Argumente für das Ehrenamt: Verantwortungsgefühl, Dankbarkeit, Stolz, Freude an der Tätigkeit, Anerkennung, Weiterbildung, Bewährung, Einfluss, „öffentliches“ Ansehen, Vertretung anderer, Trotzreaktion, Innovationsbemühungen.

Ehrenamtlichen Engagement ist eine Tätigkeit für Dritte die freiwillig erbracht wird und für die eine Erstattung entstandener Kosten vorgenommen werden kann.

Zum Abschluss eine, zugegeben sehr pointierte, Beschreibung ehrenamtlicher Tätigkeit im Sportverein, wie sie treffender kaum ausfallen könnte. Sie macht aber auch deutlich, dass ohne ehrenamtlichen Engagement im Sportverein nichts läuft.
„Erst backen wir Kuchen, dann spenden wir ihn, dann schieben wir unseren Dienst und verkaufen den Kuchen, und zuletzt sehen wir zu, dass wir den übrigen Kuchen auch noch selber kaufen.“